Hi !
Januar 16, 2009
Hi und herzlich willkommen auf meinem Blog.
Diese Seite dokumentiert meine Beschäftigung mit Freud, Lacan und Slavoi Zizek!
Wenig Zeit > EspressoParallaxe
Lange Rede langer Sinn > KaffeePrallaxe
NoChaos > Hier geht es um klares Verständnis
Bilder – no comment > Nur Bilder
Videos – no comment > Nur Videos
Quotes – no comment > Nur Zitate
Startseite > Die zuletzt geposteten Beiträge
I’m tired of the old shit – let the new shit begin.
Januar 14, 2009

„I’m tired of the old shit – let the new shit begin.“
Oder : „Warum Neo in Wahrheit keine Wahl hat“
Ja,
es ist nicht Neo der hier, auf dem Bild, in der, im eigentlichen Sinne, Schlüßelszene von „Matrix“ , gleich von Morpheus die alles entscheidende Frage gestellt bekommen wird:
„You take the blue pill, the story ends… you wake up in your bed and believe whatever you want to believe. You take the red pill, you stay in wonderlandand I’ll show you how deep the rabbit hole goes.“
„Schluckst du die blaue Pille, ist alles aus, du wachst in deinem Bett auf und glaubst an das, was du glauben willst. Schluckst du die rote Kapsel, bleibst du im Wunderland und ich führe dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus!“
(Morpheus in The Matrix)
Es ist Slavoi Zizek … und anstatt wie Neo leicht apathisch zur roten Pille zu greifen , was für diesen nur das Ende der einen und den Beginn einer neuen Illusion bedeutet, legt es der Professor für Philosophie und Kulturkritiker auf einen Akt an :
„No, i want a third pill!“
ist seine Antwort, wie er es in seinem Film, „a perverts guide to the cinema“ formuliert, und er beweist damit nicht nur theoretisch eine erfrischende Schlagfertigkeit.
Durch die dritte Pille macht er es möglich, die im allgemeinen übliche Leseart von Matrix zu erweitern.
Man sieht diesen Film, was seinen symbolischen Gehalt betrifft, oft als Blaupause für das in Dualität und Unwissenheit lebende Individuum und sein schmerzvolles Erwachen hin zu der Erkenntnis, „Alles = ICH“ , daß die Realität nur ein Konstrukt seines Geistes ist.
Durch das ins Spiel bringen der dritten Pille erweitert Zizek dieses Verständnis.
Indem wir die Frage , Wahrheit oder Illusion, Fiktion oder Realität, Erwachen oder Unwissenheit , in Matrix: rote oder blaue Pille , in dieser Dualität stelllen , weichen wir der Entscheidenden Erkenntnis, nämlich der Realität der Fiktion selbst aus.
Das ist eingentlich bereits der Punkt.

Und hier sind wir auch schon bei Zizeks Anwendung der Parallaxe.
Die Parallaxe, ein vergleichsweise sehr einfach zu begreifendes Phänomen aus der Wissenschaft, dient ihm als Motor um Aussagen, die sich eigentlich schnell auf den Punkt bringen laßen würden , wie z.b. „wir begreifen nicht wirklich die Realität der Fiktion“ , durch ihre permanente philosophische Anwendung mit Hilfe psychoanalytischer Kategorien aufzufächern und damit ungeahnte tiefen, oder nein – eher, L ü c k e n unseres Denkens nachhaltig und alltagstauglich nicht nur erkennbar sondern erfahrbar zu machen.
[ Exkurs Parallaxe an sich :
Wiki: "Als Parallaxe (gr. παραλλαγή parallagé „Veränderung“, „Abweichung“) bezeichnet man die scheinbare Änderung der Position eines Objektes, wenn der Beobachter seine eigene Position verschiebt."
Parallaxe bedeutet in der Astronomie : Wenn ich von der Erde auf den Mond schaue , sagen wir ich bin in Texas, Amerika, sehe ich, dass der Mond an ganz anderen Sternen vorbeizieht als wenn ich zur gleichen Zeit in Hamburg auf den gleichen Mond schaue. Die Sterne ändern sich nicht, der Mond ändert sich nicht ... nur mein Standpunkt ändert sich. ]
Zizeks parallaktischer Blick ist eine simple wie auch geniale gedankliche Operation:
Erstens müßen zwei Punkte erfasst werden , nennen wir sie x und y, in diesem Fall die rote und die blaue Pille und das wofür sie zu stehen scheinen : beschissenes Leben in der Matrix (bzw. symbolisch : Leben in Illusion, x) und noch beschisseneres Leben außerhalb von ihr (bzw. symbolisch : Leben in mit der Erkenntnis der Wahrheit, y).
Zweitens müßen zwei (oder mehr?!) Refferenzpunkte erkannt werden deren Verhältnis zueinander sich, bei Bewegung auf der Achse zwischen den ersten zwei Punkten, zu verändern scheint. Bei der astronomischen Parallaxe sind das, klein a, der Mond, dessen räumliches Verhältnis zu, groß A, den Sternen sich zu verändern scheint.
Hier, bei MAtrix, sind es klein a, Neos Wunsch nach der best möglichen Lebenssituation in der er für andere und sich den größt möglichen Nutzen und die größt mögliche Authentizität erlangt und der zweite Referrenzpunkt ist groß A , die Matrix selbst.
Dann läßt Zizek sein inneres Auge , den Standpunkt des Subjekts, auf der Axe zwischen x und y , hin und her gleiten , was in der Praxis bedeutet, dass er dauerhaft und vor allen dingen paradox hinterfragt, und immer wieder die sich uns als „etwas“ darbietenden Kategorieren durch Verschiebung gegen sich selbst & in sich selbst auflöst oder in ihr Gegenteil verkehrt.
Einfach gesagt : In Gedankenspielen überträgt er die Funktionsweise der physikalischen bzw. astronomischen Paralaxe auf abstrakte Zusammenhänge .
Die durch dieses Parallaktische Verschiebungsspiel entstandenen SIchtweisen machen auf mich den Eindruck als hätten sie mehr authentizität als die Allgemeinplätze aus denen sie hervorgegangen sind und deren gültigkeit sie transzendieren.
Intressant dabei ist, dass seine Argumente nahezu immer vollkommen konsistent sind und einer inneren Logik zu folgen scheinen, erst dachte ich , diese innere Logik sei in wahrheit nicht vorhanden, doch es gibt sie es ist die Logik der Psychoanalyse nach Lacan.
Insofern, ja, Zizek hat kein großes in sich geschloßenes Philosophisches SYSTEM anzubieten , aber er beherrscht es die Lacans Kategorieren anzuwenden und zwar so erbahrmungslos, dass man sagen muß, wenn Lacan von sich behauptet er hätte Freud besser Verstanden als Freud sich selbst, so versteht Zizek Lacan über Lacan hinaus.
Ich glaube, dass gerade die Abwesenheit von dem , was manche Kritiker bei ihm vermissen , nämlich den großen Gesamtentwurf, das in sich geschloßene philosophische Konstrukt, seine größte Stärke ausmacht , denn, wie Zizek im unten zu findenden Video sagt „there is Nothing“ .
Vielleicht rührt seine rhetorische Selbstsicherheit von von dieser Gewissheit her, dass er keinen Fehler machen kann, er kann nicht den FEhler machen und seinem eigenen System wiedersprechen , da er kein eigenes hat.
Aber, muß man ein, in sich geschloßenes, kompliziertes und eigenes System haben um ein großer Philosoph zu sein ?
NEIN! - denke ich.
Vielleicht ist es ein wenig so wie mit der Kategorie des „großen Anderen“ ständig scheint man sich auf sie zu beziehen, ohne , dass er, der große Andere, wirklich existiert, er ist in Wahrheit man selbst, doch diese Gewissheit bleibt nutzlos und als authentische Erfahrung unerreicht, denn „die Dinge, die anderen Menschen, sie sind und bleiben >dort draußen< ! (?!?)
[Wiki: Der große Andere ist ein Begriff der Lacan'schen Psychoanalyse. Der große Andere („A“) ist im Unterschied zum „kleinen anderen“ (Objekt klein a) ein Konzept der Alterität und Andersheit. Der große Andere ist das Andere des Subjekts, das Nicht-Ich, das dieses Subjekt jedoch immer schon strukturiert und ausrichtet. So muss „der Andere als der Ort [verstanden werden], an dem das Ich, das spricht, sich konstituiert.“]
Zurück nun zu Neo, der blauen Pille (old shit) und der roten Pille (Beginning of the new shit) .
Wenn wir einfach nur den Punkt x als festen Punkt x und den Punkt y als festen Punkt y betrachten gehen uns ein paar Millionen Punkte verloren die auf der Axe x-y und zurück , y-x , :-) zu finden sind, deren Existenz (die der millionen Zwischenpunkte) die solide erscheinende Natur von x und y unterwandern.
Doch es geht nich hauptsächlich um die Zwischenpunkte, sondern wie wir von ihnen klein a und groß A in neuem Licht betrachten können.
Der Punkt ist auch nicht, dass Zizek uns in einen Radikalen (New Age) Relativismus der Multioptionalität entführt, ala „alles ist wahr solange du daran glaubst“ sondern, eher, dass er zu einer Schärfe des Denkens führt , ala „es ist zwar nicht wahr , aber jetzt weiß ich , dass ich noch immer daran glaube“
Aus der der gleitenden , spiellerrischen Gradwanderrung zwischen den Paralaxe-Punkten x und y, ergibt sich die Aflösung der festen Einheit dieser Punkte selbst, sowie auch dadurch die von ihnen aus beobachteten Objekte (a und A) , die ja sozusagen durch die Punkte überhaupt strukturalisiert werden.
Nicht aber die Punkte x und y und die Objekte klein a und groß A lösen sich auf, sondern nur ihre feste Einheit.

Nun aber zu den Objekten die wir gewöhnlich von Standpunkt x oder y beobachten, nie aber uns die millionen von Zwischenpunkten vor Augen führen :
Auf der konkreten Ebene in unserem Beispiel ist die Matrix in ihrer Omnipräsens, das ständig anwesende, alles in sich, auf sich und durch sich prägende, große Bezugsobjekt des Subjekts, tatsächlich das was Lacan den „großen Anderen “ nennt , groß A. Neos Wille , besser die Objekte, die Neo begehrt, nämlich die Erkenntnis der Wahrheit und die Möglichkeit authetnisch zu Helfen (nämlich der gesamten Menschheit im Kampf gegen die Matrix), sind klein a.
(Noch mal im Vergleich zu astronomischen Parallaxe : klein a, der Mond , groß A, die Sterne)
Im Film ist die Matrix der große Andere , auf der symbolischen Ebene steht die Matrix stellvertretend für den großen Anderen.
[Noch mal Wiki: Der große Andere ist das Andere des Subjekts, das Nicht-Ich, das dieses Subjekt jedoch immer schon strukturiert und ausrichtet. So muss „der Andere als der Ort [verstanden werden], an dem das Ich, das spricht, sich konstituiert.]
Der große Andere ist eine Kategorie, die eine Dimension unseres Seins beschreibt, auf die wir uns permanent beziehen müßen, zu der wir uns immer in Relation betrachten müßen, als Grundvorraussetzung des Existierens in Raum und Zeit UND die wir in ihrer Natur als Teil von uns , leugnen.
Es ist also eine grundsätzliche Eigenschaft der Dimension des „großen Anderen „, dass sie permanent vom Individuum selbst, gleichzeitig in seiner Natur als vom Selbst erschaffen geleugnet und kreiert wird.
Natürlich leugnet es niemand , dass andere Dinge und Menschen existieren , geleugnet wird , dass sie in Wahrheit nicht aus sich herraus existieren.
Ein „großer Anderer“ der , in seiner Natur als von uns selbst erzeugt, nicht geleugnet wird, ist nicht der große Andere, denn als etwas erkannt das wir selbst kreieren, könnte er nicht seine ultimative Funktion erfüllen, nämlich das überhaupt erst ermöglichen der Erfahrung von von uns verschiedenen Objekten.
Wir leugnen , dass wir selbst dieser große Andere sind - und das ist das natürlichste überhaupt; man stelle sich vor ein TIger rennt auf einen zu und möchte einen auffreßen , und man fängt an zu denken “ dieser Tiger dort, er ist ja nur durch meine vermeintliche Annahme des großen ANderen existent, ich bin der Tiger bla bla bla … haps“ .
Würde das Individuum den großen Anderen als von sich selbst hervorgebrachte Dimension der Möglichkeit nicht konstant leugnen gäbe es keinen „großen Anderen!“
[Um Missverständnisse zu vermeiden : Das Individuum leugnet nicht den großen Anderen als Realität , nicht die Tatsache, dass es dort draußen Blumen, Tiger und andere Menschen gibt, sondern es leugnet die Tatsache, dass es selbst der Ort der Kreation des großen Anderen ist ...dass es selbst ihn als Kategorie permanent möglich macht . Die Leugnung des Bereichs in dem man den großen Anderen konstruiert als Teil des eigenen Selbst = der große Andere selbst. ]
Durch unkritisches Übernehmen der aus der Dimension des großen Anderen geborenen Kategorieen nehmen wir x und y, oder besser die mit diesen Punkten verbundenen Sichtweisen von klein a und groß A als scheinbar absolutes und fixes Dualitätenpaar wahr, ohne zu erkennen, daß gerade diese Wahrnehmung der Kategorieren x und y als fix und scheinabr absolut, eine durch die Relativität unseres Blickes auf A und a konstituierte Illusion ist – man denke an eine akustische Rückkopplung.
Dieser Gedanke schafft eine paradoxe logische Schleife, die auf dramatische Art und Weise wahr ist.
Durch die Bewegung auf der Axe a/b entsteht also die Auflösung beider Kategorien , die auf diese Weise diverse Probleme als Scheinprobleme , Fakes und logische Ungenauigkeiten offenbart.

Es ist wie ein Dj, der immer wieder zwischen punkt x und y hin und her scratcht bis er erkennt, dass die im Scratchen freiwerdende Melodie eine , musikalisch gesehen , größere Vielfalt und im übertragenen Sinne , Wahrheit, besitzt als der normal von x nach y ablaufende Sample. (!?!)
Nach betrachten dieses Bildes, vermeintlich das Bild eines Allien, sich einfach nur mit Möglichkeit x, dieses Foto ist Authentisch und Möglichkeit y es ist nicht authentisch ausseinanderzusetzen und dabei den entscheidenden Punkt aus dem Auge zu verlieren: Es ist bereits, hier und jetzt für das Individuum eine reale Gegebenheit – ganz gleich ob es authentisch ist oder nicht – das bedeutet nicht für die schlichte Schönheit des parallaktischen Denkens offen zu sein.(!?! = obwohl ich das selber geschrieben weiß ich gar nicht recht ob ich das so noch unterschreiben würde … ich laße das einfach mal so stehen.)
Außerdem offenbart es, selbst wenn es , wie wir es annehmen, nicht echt ist, die Tatsache , daß jemand sich enorm viel Mühe gemacht hat , es authentisch aussehen zu lassen … > wie mit der Schallplatte, gäbe es diverse Möglichkeiten sich mit diesem Bild zu beschäftigen , über die eindimensionalität der Frage „ist es echt oder ein Fake?“ hinaus. (!?!)
Um noch ein Beispiel anzuführen: Es ist eines in Hamburg auf ein Dach zu steigen und ein Foto vom Mond zu machen, dann sich nach Texas beamen zu lassen um dort ein weiteres Foto vom Mond zu machen und dann die beiden Fotos zu vergleichen und festzustellen , dass der Mond jedes mal von anderen Sternen umgeben zu sein scheint … es ist ein anderes mit einem BootsAuto von Hamburg nach Texas zu fahren und dabei den Mond und seine sich im Vergleich zu den Sternen verändernde Position auf Video aufzeichnet : Dann hat man das Wissen über den Prozess und nicht nur ein einfaches Wissen über das Resultat .
Ich glaube bei Zizek geht es um Prozesse , nicht um Aussagen.
Etwas was ich von Zizek glaube gelernt zu haben ist , dass man Wissen nicht rein qualitativ beurteilen sollte sondern , auch wenn es sich nur um eine untergeordnete Kategorie handelt, die Qualität wichtiger ist , immer auch die Quantität der Erkenntnis bedenken sollte, denn gerade duch Quantität entsteht überhaupt erst die Möglichkeit für neue Qualität.
Wie in dem Texas Hamburg Beispiel: Es ist eines zu Wissen , dass z.b. bei der Art und Weise wie wir den Mond verschieden in Texas und Hamburg sehen, es sich dabei nur um das Phänomen Parallaxe handelt und sich in wahrheit bei Mond und Sternen nichts verändert hat…
das kann man leicht - einfach wissen…
wenn ich aber die oben erwähnte Fahrt von Hamburg nach Texas durchlebe, ensteht durch die Quantität der Information … durch das Video, neue Qualität meiner Erfahrung.
Zizek geht es nicht um die Vermittlung von Denksystemen, nicht jedenfals im klassischen Sinne, sondern um deren Kulturtheoretische Anwendung (siehe Nietzsche, hoch verehrt ohne eigenes geschloßenes System)
Das Paralaktische System zu erklären , kann man auf 4 Seiten, eigentlich ist es auch gar kein System, seine kreative Anwendung auf Kultur, Wissenschaft, Kunst und Politik kann Bücher füllen.
[Albernes und überflüßiges am Rande : ... ich finde man könnte sich Zizek als ein kleines Kind vorstellen , dass endlos, mit einem kleinen Spielzeugflugzeugbomber in der Hand, von einer Ecke des Zimmers (x) zur anderen (y) fliegt, bzw. rennt. Dabei den am Schreibtisch sitzenden , von den Motorengeräuschen des Kindes genervten Vater (klein a) und die sich hinter seinem Kopf befindende Schreibtischlampe (groß A) , beobachtet ... mal ist die Lampe auf der linken Seite des Kopfes mal auf der rechten seite (Parallaxe) ... bis der Vater aufspringt ...(- die Lampe (A) scheint sich nun , ohne das Referrenzobjekt , den Kopf des Vaters (klein a ) nicht mehr zu bewegen, obwohl er weiter von x nach y rennt -) und dem kleinen Zizek den Flieger wegnimmt, dieser ist traurig und beschließt seinem Vater eine Lektion zu erteilen und entwickelt als 5 -Jähriger erste Gedanken über das Parallaktische denken ... na ja, völliger Blödsinn, Spaß beiseite...]

ABER … was ist nun die Bedeutung der dritten Pille , worum geht es in Matrix wirklich?!
Es geht hier auf gar keinen Fall um die übliche Leseart , Realität oder Illusion, denn , versuchen wir die Realität von jeglicher Fiktion zu befreien,versuchen wir sie runterzurechnen auf ihre reine Wahrheit, ihr eigentliches und naktes sein an sich, nehmen wir der Realität die Realität und es bleibt nichts.
Anders gesagt: Du kannst dem shit nicht entfliehen, du kannst nur den alten shit hinter dir laßen und den neuen shit (sich) beginnen laßen.
Nehmen wir ihr der Realität die symbolischen Fiktionen, die unsere Art sie wahrzunehmen strukturalisieren und regulieren, verlieren wir die Realität selbst!
Wenn unser Leben nur aus Shit bestehen würde und wir den Shit wegnehmen wollten, würden wir uns unser Leben als ganzes wegnehmen . (oder so ähnlich)
Wir haben nur die Möglichkeit auf dem alten shit aufzubauen hin zu neuem shit.
Die dritte Pille ist keine art transzendente Pille, die eine pseudo-religiöse fastfood-Erfahrung möglicht macht sondern die es ermöglichen würde, nicht die geheimnisvolle Wirklichkeit/Wahrheit hinter der Illusion, hinter unserer Realität, zu sehen -
sondern die es mir erlaubt die Wahrheit in der Illusion selbst zu begreifen/zu sehen.
(Anmerkung: Form ist Leere , Leere ist Form)

Am Anfang von “ a perverts guide to the the cinema“ , (der hiermit jedem, der der englischen Sprache ein wenig kundig ist, empfohlen sei) sagt
Zizek:
„Das Problem ist nicht , sind unsere Bedürfnisse befriedigt oder nicht
[hier die für Zizek typische, einleitende Negation; eine Abgrenzung von einer allgemein akzeptierten Annahme ]
sondern das Problem ist: wie können wir überhaupt wissen wonach wir verlangen .
„Das Kino gibt uns nicht was wir Verlangen sondern es sagt uns WIE wir verlangen sollen. „
Slavoi Zizek, in „a perverts guide to the cinema“
≠}{|][¢¶“¡“¶¢[]

Hier noch ein wundervoller Songtext …
„Old Shit / New Shit“ -Eels – Lyrics
Everyone loves you
Nobody cares
An awful collection
Of enemies and friends
Congratulations to you
With sad regrets
I’m tired of the old shit
Let the new shit begin
The psychic pain
Of living in this world
Is overwhelming me
Again and again
A beautiful afternoon
Inside you in your bed
I’m tired of the old shit
Let the new shit begin
Nobody loves you
Everyone cares
None of them know what’s
Coming ’round the bend
Congratulations to me
Many happy returns
I’m tired of the old shit
Let the new shit begin
Zizek über das Universum und Liebe
Tauben im Park
Lacan über das Unbewusste
Stumme Bilder von Freud



Sigmund Freud



























